Sonderveröffentlichung des Bergsträßer Anzeigers zum 50-jährigen Jubiläum der Werner-von-Siemens-Schule Lorsch – Quelle: https://bergstraesser-anzeiger.de/themenwelten/50-jahre-werner-von-siemens-schule-lorsch-52551/default/50-jahre-werner-siemens-schule-lorsch-werner-ist-ueberall-sehen-175395
Zuletzt aufgerufen am 24.8.2024
50 Jahre Werner-von-Siemens-Schule Lorsch: „Werner“ ist überall zu sehen
Patenschaft: Wie die Siemens-Schule zu ihrem Namen kam
Die Werner-von-Siemens-Schule, jetzt genau 50 Jahre alt, ist eine besondere Schule. Für Lorsch gilt das, weil die Haupt- und Realschule die einzige weiterführende Schule in der Stadt ist. Die Wünsche nach einem Gymnasium in Lorsch haben sich bekanntlich nie erfüllt. Besonders ist die „Werner“, wie sie gerne genannt wird, aber auch in der umliegenden Schullandschaft, zum Beispiel wegen ihres Namens.
Kaum eine andere Schule in der Region hat jedenfalls einen so berühmten Erfinder als Namenspatron. Darauf machte beim Jubiläumsfest unter anderem Landrat Christian Engelhardt aufmerksam – und lobte die damalige zukunftsweisende Entscheidung. Die meisten anderen Schulen in der Umgebung Schriftstellern sind nach oder Philosophen benannt oder haben keine prominenten Paten. Eine Siemens-Schule zeige schon mit ihrem Namen den herausgehobenen Stellenwert, der Technik und Wissenschaft beigemessen werde. Dieser ist heute mindestens so wichtig, wie er zu Lebzeiten des Ingenieurs Werner von Siemens im 19. Jahrhundert war.
Aus der kleinen Werkstatt des deutschen Erfinders moderner Elektrotechnik entwickelte sich über die Jahre einer der größten Technologiekonzerne weltweit. Eine herausragende Leistung, die Schüler interessieren, inspirieren und anspornen kann.
Dass die einstigen Verantwortlichen mit dem Namen Siemens eine gute Entscheidung getroffen haben, wie heute allseits anerkannt wird, stand aber offenbar nicht von vornherein fest. Nicht auszuschließen ist, dass die nach einer Siemens-Schule Baumart hätte benannt werden können.
In den 1970er Jahren stand anfangs zur Diskussion, dass die Straßen im Neubaugebiet im Lagerfeld nach Naturwissenschaftlern getauft werden. Rektor Alexander Böhm erinnerte beim Schulfest an einen entsprechenden Zeitungsbericht, der vor 50 Jahren darüber informierte. Es kam dann aber doch anders.
Nicht nach Prominenten, sondern nach Bäumen, nämlich Robinienweg, Ahornstraße oder Platanenallee heißen die Adressen rundum. Der neuen Schule, die ins Umfeld passen sollte, verpasste man glücklicherweise keinen Baum-Namen. Man beließ es dabei, dass die Siemens-Schule in der neuen Kiefernstraße liegt. Schülerverwaltung, Lehrerkollegium, der Kreis Bergstraße als Schulträger und das Regierungspräsidium in Darmstadt stimmten dem Vorschlag Werner-von-Siemens-Schule zu. Im November 1973 gab die Gesamtkonferenz der Schule diesen Namen bekannt, im Sommer 1974 wurde die Schule im Rahmen einer Feierstunde offiziell nach dem Physiker getauft.
Bebrillt und mit Backenbart
Heute ist „Werner“ in der Schulgemeinde sehr präsent. Am Eingang der Schule erinnert eine Büste an den genialen Erfinder. Während dieses Kunstwerk einen ernst blickenden Mann mit hoher Stirn und markantem Backenbart zeigt, kann man „Werner“ in einer modern gezeichneten Ausgabe bebrillt und mit wilder Lockenfrisur – zum Beispiel als eine Art sympathischer Comic-Figur auf den Schul-T-Shirts bewundern. Rektor Alexander Böhm trug eines dieser Exemplare auch selbstverständlich bei seiner offiziellen Einführung als Schulleiter.
Auch auf der Homepage der Lorscher Schule ist Siemens gleich auf der Startseite mit seinem überdimensionalen Denkerkopf zu sehen. Im „ich will“ liege eine mächtige Zauberkraft“, wenn es ernst sei damit und Tatkraft dahinter stehe, so wird der Erfinder dort zitiert.
Die blau-weißen Plakate zur Jubiläumsfeier „50 Jahre Siemens-Schule“ waren gleichfalls mit einem Porträt von Werner von Siemens geschmückt. Ein ehemaliger Schüler hatte den Hingucker für das Fest gezeichnet.
Im Rahmen des Schulfestes verteilte die Schulleitung diesmal auch kleine originelle Präsente: „Werner“-Geschenke, mit Schokolade befüllt, die sehr gut ankamen. Die zweite Lorscher Grundschule, die direkt neben der „Werner“ gebaut wird, soll den Namen Naturschule tragen.